(...) Ehe die Schwingen ihrer Fantasie Lizzy vollends davontragen konnten, brachte eine Bewegung zu ihrer Rechten sie wieder zurück in die Gegenwart. Theodore streckte die Hand aus, um sich an der Reling festzuhalten. Einen Wimpernschlag später spürte sie es ebenso: das Schiffsdeck begann, unter ihren Füßen davon zu gleiten. Haltsuchend klammerte sie sich an den Ärmel von Theodores Jackett, den sie eben noch zu fassen bekam, und rief aus: "Was hat das denn zu bedeuten?"
"Das kann ich Ihnen auch nicht sagen! Wenn ich nicht wüsste, dass das unmöglich ist, würde ich sagen, das Schiff fährt bergauf!" Theodore löste entschlossen ihre Hand von seinem Ärmel. (...)
"Sogar ziemlich steil bergauf!", fügte er dabei hinzu. "Das Deck würde nicht dermaßen unter uns hinweg gezogen werden, wenn der Schiffsbug, wo wir stehen, sich nicht heben würde."
"Das ist ja richtiggehend unheimlich!" Etwas wie Sorge machte sich in Lizzy breit. "Wenn wir nur endlich etwas mehr erkennen könnten, wäre mir ein wenig wohler." Sie beugte sich ein Stück über die Reling und starrte angestrengt in den das Schiff umgebenden Mantel aus schwarzem Nichts.
"Ich glaube, darauf brauchen Sie nicht mehr lange zu warten! Sehen Sie dort!" Mit ausgestrecktem Zeigefinger wies Theodore auf die Uferlinie. Der helle Streifen wand sich nicht nur nach oben wie der Weg an einem Berghang, sondern wurde zunehmend breiter, ganz so, als wären die Schiffswände nicht mehr die einzige Lichtquelle. Die Tinte des Flusses schluckte nicht mehr die gesamte Helligkeit, sondern verlor an Schwärze, wurde transparenter, und besaß auf einmal deutlich mehr Ähnlichkeit mit Wasser als zuvor. Tintiges, schweres, öliges Wasser, das zweifelsfrei nach - oben floss!
"Ich fasse es nicht!", rief Lizzy. Mit jeder Sekunde zeichneten sich die Konturen am Ufer deutlicher ab. Sie wurden zu einem Berghang, dann zu scharfkantigen, steil in die Höhe ragenden Felsen, über die der Fluss sich kraftvoll in die Höhe ergoss. "Ein Wasserfall, der nach oben fällt oder strömt oder wie auch immer!"
Scharf sog auch Lizzys Reisegefährte die Luft ein...
Ausschnitt aus "Die Seiten des Lebens", ab sofort erhältlich als e-book und Printausgabe. Weitere Fortsetzung folgt!
Dienstag, 6. September 2016
Montag, 5. September 2016
...Der papierene Korpus des fantastischen Schiffes unter ihr erzitterte und Lizzy spürte, wie etwas in Bewegung geriet. Genau wie ein Zug, in dem man schon eine Weile vor der Abfahrt Platz genommen hat und der sich so langsam in Fahrt setzt, dass man dies nur am allmählichen Fortgleiten des nebenan liegenden Bahnsteigs bemerkt, glitt das Schiff über die Tintenfläche... Diesmal war es schon etwas weniger spektakulär, dass ein simples Blatt Papier, beschrieben mit einer Lebensgeschichte, für ihr Vorankommen sorgte, denn es war genau das, was Theodore Miller hier an ihrer Seite erwartet beziehungsweise erhofft hatte. Reglos verharrte der Mann neben ihr und starrte in die Dunkelheit jenseits der Reling. Der steife Ärmel seines tintengetauften Jacketts streifte ihren eigenen Arm und sie hörte seinen Atem, rasch und flach vor Aufregung. Einer Aufregung, die er sichtlich vor ihr zu verbergen suchte.
Sie konnte es ihm nicht verübeln. Der Mann hatte im Lauf der letzten Monate einiges mitgemacht: Lizzy konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es für ihn gewesen sein musste mit anzusehen, wie seine Frau ermordet wurde. Wie es sein musste, sich selbst zumindest eine Teilschuld am Tod des geliebten Partners zu geben....
Wen wunderte es, dass er jetzt seine ganze Kraft einsetzte und Zähne und Klauen ausfuhr, um das wieder zu bekommen, was ihm offenbar das liebste im Leben war: seine Simone. Und wer mochte ihm verdenken, dass er bei dem Unternehmen lieber keine Begleiter oder auch nur Mitwisser hatte. Lizzy konnte noch jetzt kaum fassen, was er ihr vorhin offenbart hatte. Sein Wissen, nein seine Erkenntnis, über das große Weltgedächtnis, gewachsen aus nur wenigen Fakten und desto mehr Mutmaßungen, zog Lizzy mehr in den Bann, als der fesselndste Handlungsstrang eines Romans es jemals vermocht hatte.
Irgendwo in ihrem tiefsten Inneren hatte sie schon immer gehofft, dass all jene Bücher, die auf eine Welt jenseits ihres eigenen Horizontes, ihrer eigenen Dimension, hinwiesen, nicht nur der Fantasie ihres Autors entsprangen, sondern der Wahrheit entsprachen. Nun hatte sie den Beweis dafür: Fast ohne ihr eigenes Zutun befand sie sich persönlich plötzlich in einer solchen Welt! Noch dazu in einer Dimension, die für Lizzys Begriffe die bestmögliche aller vorstellbaren Welten darstellte. Eine Welt voller Worte, voller Bücher - eine Welt des geschriebenen Wortes...
Na, neugierig geworden? Die Fortsetzung dieses Textes erwartet dich in den nächsten Tagen hier auf dem Blog und selbstverständlich komplett in meinem neuen Roman "DIE SEITEN DES LEBENS", der ab sofort auch als e-book und als Druckversion erhältlich ist...
Sie konnte es ihm nicht verübeln. Der Mann hatte im Lauf der letzten Monate einiges mitgemacht: Lizzy konnte sich nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie es für ihn gewesen sein musste mit anzusehen, wie seine Frau ermordet wurde. Wie es sein musste, sich selbst zumindest eine Teilschuld am Tod des geliebten Partners zu geben....
Wen wunderte es, dass er jetzt seine ganze Kraft einsetzte und Zähne und Klauen ausfuhr, um das wieder zu bekommen, was ihm offenbar das liebste im Leben war: seine Simone. Und wer mochte ihm verdenken, dass er bei dem Unternehmen lieber keine Begleiter oder auch nur Mitwisser hatte. Lizzy konnte noch jetzt kaum fassen, was er ihr vorhin offenbart hatte. Sein Wissen, nein seine Erkenntnis, über das große Weltgedächtnis, gewachsen aus nur wenigen Fakten und desto mehr Mutmaßungen, zog Lizzy mehr in den Bann, als der fesselndste Handlungsstrang eines Romans es jemals vermocht hatte.
Irgendwo in ihrem tiefsten Inneren hatte sie schon immer gehofft, dass all jene Bücher, die auf eine Welt jenseits ihres eigenen Horizontes, ihrer eigenen Dimension, hinwiesen, nicht nur der Fantasie ihres Autors entsprangen, sondern der Wahrheit entsprachen. Nun hatte sie den Beweis dafür: Fast ohne ihr eigenes Zutun befand sie sich persönlich plötzlich in einer solchen Welt! Noch dazu in einer Dimension, die für Lizzys Begriffe die bestmögliche aller vorstellbaren Welten darstellte. Eine Welt voller Worte, voller Bücher - eine Welt des geschriebenen Wortes...
Na, neugierig geworden? Die Fortsetzung dieses Textes erwartet dich in den nächsten Tagen hier auf dem Blog und selbstverständlich komplett in meinem neuen Roman "DIE SEITEN DES LEBENS", der ab sofort auch als e-book und als Druckversion erhältlich ist...
Samstag, 6. August 2016
Sommerferien
Mittlerweile sind sie auch bei uns in Bayern angekommen, die Sommerferien. Während andere Kinder bereits wieder in ihren Klassenzimmern s(chw)itzen, pilgern unsere Schüler frohgemut ins Freibad und an die Baggerseen - falls sie nicht mit ihren Eltern in noch südlichere und sonnigere Gefilde gereist sind. In unserer Familie kommt diesen Sommer allerdings nur ein Mitglied in den Genuss der Ferien, und das nicht einmal in voller Länge: Für etliche Wochen steht ein Ferienjob auf dem Programm. Den Führerschein gibt´s schließlich nicht umsonst...Naja, untätig in der Sonne zu liegen ist eben nicht alles, was Ferien ausmacht! Sich beispielsweise mit einem Buch vor Augen in der Sonne - oder auch im Schatten - zu räkeln, erhebt den Ferien-bzw. Urlaubsmenschen bereits weit über die reine Untätigkeit hinaus und gehört für mich definitiv zu den schönsten Arten, Urlaub zu genießen!
Aus diesem Grund freut es mich besonders, gerade jetzt in den Ferien meinen neuen Roman anzukündigen. Ab sofort (bei amazon) als kindle e-book und demnächst auch als print-Ausgabe zu haben: "Die Seiten des Lebens", eine fantastische Geschichte über eine Reise durch die Welt des geschriebenen Wortes. "Vox audita perit, littera scripta manet."
Viel Vergnügen beim Lesen!
Freitag, 17. Juni 2016
Nach langer Sendepause
Nach langer Sendepause melde ich mich hier wieder einmal zu Wort.
Es gibt Zeiten im Leben, in denen man sich aufs schiere Überleben konzentrieren muss, physisch ebenso wie seelisch, geistlich. Zeiten, in denen Worte, so treffend und aussagekräftig sie sonst sein mögen, niemals ausdrücken könnten, wie ich mich tatsächlich fühle. Zeiten, in denen jedes einzelne Wort, das ich trotz allem niederschreibe, zu persönlich ist, um es einem Außenstehenden anzuvertrauen...
Eine solche Zeit liegt gerade hinter mir, hinter meiner ganzen Familie. Und auch jetzt, da wir allmählich zur Normalität zurückkehren dürfen, finde ich nicht unbedingt die passenden Worte, um meine Leser an unserem Erleben teilhaben zu lassen, sodass ich stattdessen einen Psalm zitiere. Der Liedermacher David drückt hier ziemlich knapp, aber klipp und klar aus, was meine Familie und ich in diesen Monaten erfahren haben:
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den großen Nöten,
die uns getroffen haben.
Weil er bei uns ist,
brauchen wir nicht zu verzweifeln.
Übrigens erscheint nächstes Frühjahr ein neuer "Morgenroth"-Roman, in dem ein Teil dieser meiner Erlebnisse verarbeitet ist...
Es gibt Zeiten im Leben, in denen man sich aufs schiere Überleben konzentrieren muss, physisch ebenso wie seelisch, geistlich. Zeiten, in denen Worte, so treffend und aussagekräftig sie sonst sein mögen, niemals ausdrücken könnten, wie ich mich tatsächlich fühle. Zeiten, in denen jedes einzelne Wort, das ich trotz allem niederschreibe, zu persönlich ist, um es einem Außenstehenden anzuvertrauen...
Eine solche Zeit liegt gerade hinter mir, hinter meiner ganzen Familie. Und auch jetzt, da wir allmählich zur Normalität zurückkehren dürfen, finde ich nicht unbedingt die passenden Worte, um meine Leser an unserem Erleben teilhaben zu lassen, sodass ich stattdessen einen Psalm zitiere. Der Liedermacher David drückt hier ziemlich knapp, aber klipp und klar aus, was meine Familie und ich in diesen Monaten erfahren haben:
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den großen Nöten,
die uns getroffen haben.
Weil er bei uns ist,
brauchen wir nicht zu verzweifeln.
Übrigens erscheint nächstes Frühjahr ein neuer "Morgenroth"-Roman, in dem ein Teil dieser meiner Erlebnisse verarbeitet ist...
Mittwoch, 20. Januar 2016
Ohrensessel zum Zweiten
Seit Kurzem gibt es einen noch einen weiteren Nutznießer meines Ohrensessels: Welpe Sydney. Sie füllt den Sessel nicht ganz so aus wie ich und nutzt ihn auch eher zum Hineinlümmeln und Schlafen als zum Arbeiten, aber immerhin ...
Wer mehr Amüsantes über das faule Leben eines Autorenhundes erfahren will, darf bei Gelegenheit gerne mal meinen Blog "Hund-mit-Autor" besuchen =)
Wer mehr Amüsantes über das faule Leben eines Autorenhundes erfahren will, darf bei Gelegenheit gerne mal meinen Blog "Hund-mit-Autor" besuchen =)
Freitag, 8. Januar 2016
Der Ohrensessel
Über Weihnachten hat ein Möbelstück in unserem Wohnzimmer Einzug gehalten, das ich mir schon lange gewünscht habe, aber irgendwie war bisher nie die richtige Gelegenheit, es anzuschaffen. Doch Weihnachten macht´s möglich...
Nun steht der Ohrensessel also stolz in seiner Zimmerecke und verlockt nicht nur mich, in seiner Tiefe zu versinken, die Füße elegant auf dem zugehörigen Hocker platziert und das weiche Fellkissen, eher gemütlich als graziös, an den Bauch gedrückt. Auch als Arbeitsplatz ist der Sessel nicht ganz ungeeignet, sofern ich statt des Kissens meinen Laptop auf den Schoss nehme. Selbstverständlich weiß jeder längst, dass ein Ohrensessel typischer Bestandteil von Bibliotheken in zugigen, alten englischen Landhäusern war, aber dass er tatsächlich als Arbeitsplatz für Schriftsteller diente, entdeckte ich erst kurz nachdem ich es selbst praktiziert hatte: In einem Buch fand ich die Abbildung eines bekannten britischen Autors, dessen hauptsächlicher Arbeitsplatz sein "wing-chair" war.
Roald Dahl - Verfasser von Kinderbüchern wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Matilda" - arbeitete am liebsten in seinem Gartenhäuschen, sitzend im wing-chair, über dessen Armlehnen er als Schreibunterlage ein Brett gelegt hatte, auf dem er (von Hand auf einem Schreibblock) zu schreiben pflegte. Ob oder inwieweit nun der Sessel zu seinem schriftstellerischen Erfolg beigetragen hat, ist wohl schwer nachzuprüfen, aber jedenfalls fühle ich mich bei meiner Arbeit an diesem Platz künftig in bester Gesellschaft. Möglicherweise wird mein wing-chair-Arbeitsplatz auch mir schriftstellerische Flügel verleihen, irgendwann in ferner Zukunft =)
Nun steht der Ohrensessel also stolz in seiner Zimmerecke und verlockt nicht nur mich, in seiner Tiefe zu versinken, die Füße elegant auf dem zugehörigen Hocker platziert und das weiche Fellkissen, eher gemütlich als graziös, an den Bauch gedrückt. Auch als Arbeitsplatz ist der Sessel nicht ganz ungeeignet, sofern ich statt des Kissens meinen Laptop auf den Schoss nehme. Selbstverständlich weiß jeder längst, dass ein Ohrensessel typischer Bestandteil von Bibliotheken in zugigen, alten englischen Landhäusern war, aber dass er tatsächlich als Arbeitsplatz für Schriftsteller diente, entdeckte ich erst kurz nachdem ich es selbst praktiziert hatte: In einem Buch fand ich die Abbildung eines bekannten britischen Autors, dessen hauptsächlicher Arbeitsplatz sein "wing-chair" war.
Roald Dahl - Verfasser von Kinderbüchern wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Matilda" - arbeitete am liebsten in seinem Gartenhäuschen, sitzend im wing-chair, über dessen Armlehnen er als Schreibunterlage ein Brett gelegt hatte, auf dem er (von Hand auf einem Schreibblock) zu schreiben pflegte. Ob oder inwieweit nun der Sessel zu seinem schriftstellerischen Erfolg beigetragen hat, ist wohl schwer nachzuprüfen, aber jedenfalls fühle ich mich bei meiner Arbeit an diesem Platz künftig in bester Gesellschaft. Möglicherweise wird mein wing-chair-Arbeitsplatz auch mir schriftstellerische Flügel verleihen, irgendwann in ferner Zukunft =)
Dienstag, 1. Dezember 2015
Die Kunst der Prokrastination oder "Ironische Selbstbetrachtung"
Ich vermute, jeder kennt sie (nur nicht zwingend unter dieser Bezeichnung), der Großteil der Menschheit praktiziert sie - gelegentlich zumindest - und etliche von uns haben es darin zu wahrer Kunstfertigkeit gebracht. So wie ich.
"Prokrastination" - laut Duden: Verschieben/Aufschieben von anstehenden Aufgaben/Tätigkeiten. Anders ausgedrückt heißt prokrastinieren: ich schiebe etwas auf die lange Bank. Ein Beispiel: Ich erhalte einen Brief von meiner Krankenkasse, der mich zu einer mir altersmäßig zustehenden Vorsorgeuntersuchung auffordert. Kein Problem. Ich öffne den Brief, werfe einen Blick hinein und "schiebe" ihn zuunterst in den Stapel geöffneter Briefe.
Ich sollte jemanden anrufen, um einen Termin zu bestätigen, eine geplanten Termin abzusagen oder Ähnliches? Kein Problem. Ich schreibe einen Zettel, um mich selbst daran zu erinnern und schiebe den Zettel hinüber auf besagten Briefstapel. Jetzt liegt er direkt über dem Brief von der Krankenkasse und harrt der Dinge, die da kommen...
Aber das ist ja wahrhaftig noch keine "Kunst" der Prokrastination. Hier handelt es sich samt und sonders um Unangenehmes, um ungeliebte Tätigkeiten, die ich leichten Herzens aufschiebe. Zur Kunst wird mein Prokrastinieren erst, wenn ich angenehme, geliebte Tätigkeiten aufschiebe. Das Schreiben beispielsweise.
Ich schreibe wirklich ausgesprochen gerne. Es gehört zu meinem Leben wie Lesen, Essen, Schlafen. Tue ich es nicht, werde ich entweder unausgeglichen, grantig oder deprimiert oder alles gleichzeitig. Und dennoch bringe ich es fertig, an meinem Arbeitsplatz zu sitzen, vor mir nichts als die Tastatur und ein leerer Bildschirm, und ich prokrastiniere: e-mails aufrufen (sie könnten ja wichtige Nachrichten des Verlags enthalten), die Verlagsseite überprüfen (wo stehen meine derzeitigen Bücher auf der Beliebtheitsskala), meinen Namen samt Pseudonym googlen um neue Einträge zu entdecken, nachsehen, was sich auf fb tut (Autorenkollegen posten oft wichtige Artikel!) - bald jeder Tag bietet neue Optionen, von Tag zu Tag verlängert sich meine Aufschiebebank und meine Kunstfertigkeit wächst! Ich weiß nicht, ob irgendjemand mich in diesem Bereich toppen kann. Vielleicht sollte ich mal einen diesbezüglichen Weltrekordversuch starten, um wenigstens im Guinness-Buch der Rekorde unsterblichen Ruhm zu erlangen?!?
Aber jetzt mache ich Schluss mit diesem Eigenlob, um etwas zu schreiben, was tatsächlich Sinn macht...
"Prokrastination" - laut Duden: Verschieben/Aufschieben von anstehenden Aufgaben/Tätigkeiten. Anders ausgedrückt heißt prokrastinieren: ich schiebe etwas auf die lange Bank. Ein Beispiel: Ich erhalte einen Brief von meiner Krankenkasse, der mich zu einer mir altersmäßig zustehenden Vorsorgeuntersuchung auffordert. Kein Problem. Ich öffne den Brief, werfe einen Blick hinein und "schiebe" ihn zuunterst in den Stapel geöffneter Briefe.
Ich sollte jemanden anrufen, um einen Termin zu bestätigen, eine geplanten Termin abzusagen oder Ähnliches? Kein Problem. Ich schreibe einen Zettel, um mich selbst daran zu erinnern und schiebe den Zettel hinüber auf besagten Briefstapel. Jetzt liegt er direkt über dem Brief von der Krankenkasse und harrt der Dinge, die da kommen...
Aber das ist ja wahrhaftig noch keine "Kunst" der Prokrastination. Hier handelt es sich samt und sonders um Unangenehmes, um ungeliebte Tätigkeiten, die ich leichten Herzens aufschiebe. Zur Kunst wird mein Prokrastinieren erst, wenn ich angenehme, geliebte Tätigkeiten aufschiebe. Das Schreiben beispielsweise.
Ich schreibe wirklich ausgesprochen gerne. Es gehört zu meinem Leben wie Lesen, Essen, Schlafen. Tue ich es nicht, werde ich entweder unausgeglichen, grantig oder deprimiert oder alles gleichzeitig. Und dennoch bringe ich es fertig, an meinem Arbeitsplatz zu sitzen, vor mir nichts als die Tastatur und ein leerer Bildschirm, und ich prokrastiniere: e-mails aufrufen (sie könnten ja wichtige Nachrichten des Verlags enthalten), die Verlagsseite überprüfen (wo stehen meine derzeitigen Bücher auf der Beliebtheitsskala), meinen Namen samt Pseudonym googlen um neue Einträge zu entdecken, nachsehen, was sich auf fb tut (Autorenkollegen posten oft wichtige Artikel!) - bald jeder Tag bietet neue Optionen, von Tag zu Tag verlängert sich meine Aufschiebebank und meine Kunstfertigkeit wächst! Ich weiß nicht, ob irgendjemand mich in diesem Bereich toppen kann. Vielleicht sollte ich mal einen diesbezüglichen Weltrekordversuch starten, um wenigstens im Guinness-Buch der Rekorde unsterblichen Ruhm zu erlangen?!?
Aber jetzt mache ich Schluss mit diesem Eigenlob, um etwas zu schreiben, was tatsächlich Sinn macht...
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